Steinbichler begrüßt Lückenschlussverordnung

Utl.: Initiator des Lebensmittel-Volksbegehrens sieht ersten Schritt in die richtige Richtung. Bis zur Umsetzung einer echt-ehrlichen Herkunftskennzeichnung ist es jedoch noch ein weiter Weg. Mit dem Volksbegehren will man den Weg zur „Neuen-Partnerschaft“ freimachen.


Volksbegehren Initiator „Bauernrebell“ Leo Steinbichler wirbt für echt-ehrliche Lebensmittel-Herkunftskennzeichnung. Produzenten und Konsumenten sieht er als Partner auf diesem Weg
Volksbegehren Initiator „Bauernrebell“ Leo Steinbichler

Die Mühlen der Politik mahlen langsam.

Vor genau einem Jahr, verkündete der damalige Gesundheitsminister Rudolf Anschober die Lebensmittel-Herkunftskennzeichnung auf dem Verordnungswege verbessern zu wollen. Allerdings vorerst nur bei Rindfleisch und Eiern und auch nur in der sogenannten „Gemeinschaftsverpflegung“. Großküchen, Mensen und ähnliches sollten erfasst werden, der viel wichtigere Bereich der Gastronomie und Hotellerie aber weiter außen vor bleiben. Selbstgesteckte Zielvorgabe des Ministeriums: Eine Umsetzung bis Ende 2021. Am Ende aber ist es nicht einmal das geworden: „Die kurz vor Weihnachten herausgegebene Verordnung, zur Weitergabe von Informationen entlang der Lieferkette von Fleisch, Milch und Eiern ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt. Der Nachteil dabei ist nur, für den Konsumenten ändert das rein gar nichts. Auch wenn diese Verordnung Mitte des Jahres in Kraft tritt, werden die Konsumenten weiterhin keine Chance haben zu erfahren, woher das Ei im Palatschinken oder das Fleisch im Wiener-Schnitzel kommt!“ wie Volksbegehren-Initiator, „Bauernrebell“ Leo Steinbichler erklärt. Der Politik sei es erneut nicht gelungen ihre selbst gesteckten und ohnehin sehr harmlosen Ziele einer halbseidenen Herkunftskennzeichnung umzusetzen.


Volksbegehren will weiter Druck für echt-ehrliche Herkunftskennzeichnung machen.


Das Zögern der Politik sei dabei ein klares Indiz für die Stärke der Lobbys, wie Steinbichler meint: „Je niedriger die Produktionsstandards, je billiger das Produkt, desto höher der Gewinn für Gastronomie, Handel und die Betreiber ausländischer Tierfabriken - so einfach ist das. Dabei ist allen klar, dass diese Gelddruckmaschine in dem Moment zum Erliegen kommt, da der Konsument in der Lage ist die Herkunft seines Essens nachzuvollziehen.

Oder würden Sie ohne zu zögern, ein Schnitzel vom mangelernährten holländischen Mastkalb, in einer Panade aus ukrainischem Flüssigei, herausgebacken in Palmöl aus dem Regenwald bestellen? Wahrscheinlich nicht, Sie würden zum regionalen Schnitzel vom Bauern ums Eck greifen. Und genau darum geht’s.“

Ziel des Volksbegehrens zur Einführung einer umfassenden Lebensmittel-Herkunftskennzeichnung sei es daher genug Unterstützung zu mobilisieren, um die Politik in die richtige Richtung und zur Umsetzung einer echt-ehrlichen Herkunftskennzeichnung zu bewegen. Genau die brauche es laut Steinbichler nämlich um die Basis einer „neuen Partnerschaft“ zwischen Produzenten und Konsumenten zu legen: „Gemeinsam für hochwertig-qualitative, regionale Produkte zum Wohle von Mensch, Tier, Gesundheit, Umwelt und Klima.“